Das Wasser unter der Stadt

Bad Cannstatt sitzt auf dem zweitgrößten Mineralwasservorkommen Europas. Man sieht es nicht – bis jemand zeigt, worauf man schauen muss.

An der Mombachquelle steigen Gasbläschen auf. Es ist die einzige Quelle, die noch offen zutage tritt, und der direkteste Beweis dafür, dass unter dieser Stadt etwas passiert.

Dann fällt einem der Travertin auf, der Stein, den dieses Wasser über Jahrtausende abgelagert hat. Er steckt in den Fassaden halb Cannstatts, und wenn man ihn einmal erkannt hat, sieht man ihn überall.

Und dann versteht man das Kurhaus. Cannstatt war eine der großen Kuradressen – dazu gehörte auch die Wilhelma. Die Tiere dort leben zum Teil bis heute in natürlich warmem Mineralwasser. Deshalb stehen die Flamingos im Winter draußen, was in unseren Breiten sonst nicht funktioniert.

Am schönsten ist aber der ganz gewöhnliche Moment: An den Mineralbrunnen füllen Stuttgarter ihre Kanister und Flaschen ab, jeden Tag, wie selbstverständlich. Drei Mineralbäder und über zehn Brunnen gibt es. Und man darf probieren – schmecken ist der Teil, an den sich die Leute hinterher erinnern.

Praktisch: Dieser Bummel kommt mit wenig Steigung aus. Wenn in Ihrer Gruppe jemand nicht mehr gut zu Fuß ist, ist das die naheliegende Richtung.

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